Ukrainisches Kriegstagebuch

 

Nach acht Jahren: Zurück an der Ost-Front

 

Tod und Zerstörung sind wieder da – mitten in Europa. Seit 2014 mit westlicher Unterstützung im ost-ukrainischen Donezk und Lugansk. Seit Februar 2022 in weiten Teilen der Ukraine – durch einen Großangriff der russischen Armee. Neben den Ukrainern sollen aber offenbar auch die Deutschen in den Machtspielen der drei großen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs neu aufgerieben werden. Beide Lager finden dabei ihre leidenschaftlichen Anhänger in einem erbarmungslosen Schattenkrieg im Netz, der für die Opfer kein Mitleid mehr kennt.
Damals wie heute ging es mir vor allem darum, zu sehen, was wirklich passiert: Vor Ort ist vieles nicht so, wie es Fernsehen, Zeitung oder Internetz zeigen. Der Beschuss von Donezk durch die Ukrainer war und ist erschreckend – doch hielt er mich 2014/15 nicht davon ab, Tag und Nacht durch die Stadt zu touren, Restaurants und Kulturveranstaltungen aufzusuchen. Es waren einzelne Mörser, die einschlugen, meist klar berechenbar.
2022 in Charkow, der größten russisch-sprachigen Stadt der Ost-Ukraine: Ein Hauch von Stalingrad liegt in der Luft, einige Stadtviertel sind entvölkert, ganze Straßenzüge verwüstet. Es sind Raketen, die regelmäßig niedergehen. Willkürlich, überall. Diesmal bin ich nur mit Schutzweste und Helm unterwegs – ohne Freizeit. Die Nächte verbringe ich ausschließlich im Keller.
Systempressler sind mir damals wie heute nicht begegnet. Jedenfalls nicht dort, wo es brennt. Worauf sich die West-Organe allerdings oft stützen, ist die Entsendung so genannter „Stringer“ aus Entwicklungsländern, die genau wissen, wofür sie Honorare erhalten – und im Zweifel entbehrlich sind.

 Meine größte Erkentnis, eine Überraschung: Die bis vor einem Jahr noch hauptsächlich pro-russische Bevölkerung hat den Einmarsch der Armee Moskaus – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – nicht bejubelt; Widerstand setzte unmittelbar ein. Trotz Eroberung des Zentrums der wohlhabenden Universitäts-Metropole – gut 1,5 Millionen Menschen vor dem Krieg – starben zahlreiche russische Soldaten, andere wurden gar verhaftet, nachdem sie sich verlaufen hatten. Es kam zum schrittweisen Rückzug – im Mai mussten gar die Vororte geräumt werden. Bombardierungen ohne jeden Geländegewinn folgten. Im August und September brachen die Linien nach einer Fülle von Nadelstichen und Attentaten im Hinterland ein. Kein geordneter und taktisch geplanter Rückzug wie noch bei der versuchten Belagerung Kiews.

Noch trauen sich die Analysten – oft aus Unkenntnis der Lage – nicht, ein Resümee zu ziehen: Die Nachfolger der einst weltweit gefürchteten Roten Armee haben hier ihre größte militärische Niederlage seit dem Ersten Tschetschenien-Krieg der 1990er Jahre erlebt. Würde eine Großoffensive Russlands – mit Generalmobilisierung und dem Einsatz von Giftgas – das Blatt nochmal wenden können?

 

„Jede Strategie reicht bis zur ersten Feindberührung“, pflegte Preußens Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke zu sagen – „danach kommt nur noch ein System von Aushülfen“.

 

 

 


STECKBRIEF-FAHNDUNG UND
FREIGABE ZUM ABSCHUSS :

 Fanatische Ukrainer erklären Journalisten Billy Six zum
„Provokateur“, „feindlichen Agenten“ & „Terroristen“. 

 

* Danke an alle, die mich in den Monaten beschützt haben - ich konnte die Ukraine sicher verlassen und werde Euch in den kommenden Wochen endlich ganz in Ruhe die Wahrheit berichten! *

* Slava Myru 🇺🇦🕊🇷🇺 слава миру * Ruhm dem Frieden *

Das "Zentr Mirotworez" (https://de.wikipedia.org/wiki/Mirotworez) ist ein Netzwerk aus bewaffneten ukrainischen Nationalisten, nach eigenen Angaben ein Medium & international agierende NGO - angeblich auch mit Geheimdienst-Verbindungen (SBU, CIA, MI6, AW) -, das unbequeme "pro-russische" Personen ausschaltet, die wahlweise einer national-sozialistischen oder westlichen Agenda in der Ukraine offenkundig oder auch nur scheinbar entgegen stehen. Mehrere Politiker, Aktivisten und Journalisten sind in den vergangenen Jahren nach öffentlicher Bloßstellung gewaltsam zu Tode gekommen: Erschossen, verunfallt, erhängt oder vom Hochhaus gefallen.

Angeblich basierend auf Quellen des - laut Dossier - britischen "MI5" soll ich "an Akten der humanitären Aggression gegen die Ukraine" teilgenommen haben, "mit russischen Spezialdiensten (und) mit terroristischen Organisationen zusammenarbeiten", sowie "vorsätzlich die Staatsgrenze der Ukraine verletzt" haben.

So hätte ich angeblich "die nationale Sicherheit der Ukraine, den Frieden, die Sicherheit der Menschheit und das Völkerrecht und die internationale Ordnung" gefährdet ,"sowie andere Straftaten" begangen. Weniger dick aufgetragen ging´s offenbar nicht. Ungarns Regierung beschuldigt die Kiewer Führung, hinter der Seite zu stehen - Premier Viktor Orbán ist ebenfalls gelistet.

Bleibt die Frage: Wieso das Interesse an meiner Person? Aus welchem Grunde so viele aggressive Lügen, die selbst den "Spiegel" erschrecken dürften?!

Offenbar habe ich vor Ort - wieder mal - Dinge gesehen, die ich nicht hätte sehen dürfen. Hervorgekramt wurden nun aber alte Geschichten über Interviews mit Separatisten 2014/15, meine Forschungsarbeit zum MH17-Abschuss seit 2014 und die Befreiung aus venezolanischer Haft durch den russischen Außenminister 2019.

Unlängst ist auch der jüdisch-russische Dissident und Kriegsgegner Maxim Katz wegen unerwünschter Äußerungen zum "Feind der Ukraine" erklärt worden - zeitweise gar "Starlink"-Sponsor Elon Musk. Hinzu kommen in meinem Falle auch Mord-Drohungen aus dem (pro-)russischen Lager wegen eingebetteter Exkursionen mit ukrainischen Soldaten und begründeter Kritik an der "Roten Armee". Deshalb wurde ich von informierter Quelle vor russischen "Spetsnaz" gewarnt, die einen Mord-Anschlag nun galant ihren Feinden in die Schuhe schieben könnten.

* An alle Ukrainer, auch wenn einige meine Arbeit erfolgreich behindert haben: Meine Berichterstattung wird anständig bleiben - wie immer. Ich spreche nur über das, was ich selbst gesehen & erlebt habe oder wirklich beurteilen kann. *

Die Bundesregierung verurteilt die Aktivitäten der Schatten-Allianz, seit 2018 auch Altkanzler Gerhard Schröder zum "Feind der Ukraine" erklärt wurde: „Wir haben der ukrainischen Seite unsere Position schon in der Vergangenheit deutlich gemacht und wir haben darauf gedrungen, dass die ukrainische Regierung auf die Löschung dieser Webseite hinwirkt", so das Auswärtige Amt damals. Anders als im Falle russischer Nachrichtenkanäle haben Berlin und Brüssel es aber bis heute nicht vermocht, die Netzpräsenz zumindest lokal sperren zu lassen. Antwort auf eine AfD-Anfrage: "Die Bundesregierung bleibt bei ihrer Einschätzung, dass es sich bei ‚Mirotworez‘ um eine von Privatpersonen betriebene Internetseite handelt."



Seit der bis heute ungeklärten Explosion auf der Krim-Brücke vom 8. Oktober greift die russische Armee erstmals auch das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew an - u.a. mit mutmaßlich aus dem Iran gelieferten Kamikaze-Drohnen. Unser Reporter Billy Six hat vor ein paar Wochen aufgezeichnet, wie sich der Luftalarm in Kiew anhört . . . eine Geräuschkulisse, an die sich bei uns nur die Ältesten noch mit Schaudern erinnern können.


Hört es euch in dem Video an


 

Kiew, Hauptstadt der Ukraine: NATO-Monument & EU-Flaggen wurden am Yevropeis'ka Square (neben dem Maidan) aufgestellt. Offiziell ist das Land in beiden Organisationen nicht Mitglied.



Brand-Geruch, noch Monate später . . . das sind Kiews nordwestliche Vororte nach Abschluss der russischen "Sonderoperation zur Entnazifizierung und Demilitarisierung der Ukraine". Die Ereignisse der Kleinstadt Butscha waren medial sehr umstritten: Wir haben Dutzende Zeugen vernommen und werten das Material mit Fachleuten aus. Bald werden die Leser der "Deutschen Konservativen" und des "Deutschland-Magazins" darüber exklusiv informiert, welche Seite uns damals belogen hat.


ANGRIFF AUF TV-TURM VON RIWNE - Faktencheck. West-Medien berichteten nur die halbe Wahrheit

Am frühen Morgen des 14. März 2022 trafen russische Raketen den Fernseh-Turm der west-ukrainischen Stadt Riwne. Nach letztem Stand der Dinge kamen dabei 21 "Menschen" ums Leben. In den Medien - so auch bei mir - wurde der Eindruck erweckt, dass es sich bei den Opfern um Zivilisten gehandelt habe. Vor den Mord-Drohungen war ich mit meiner Akkreditierung vor Ort, und habe nachgefragt: Das Gelände ist vom Militär abgesperrt - Aufnahmen sind verboten. Die Soldaten berichteten mir, dass es sich seit Kriegsbeginn um einen Militär-Stützpunkt handle - und an jenem Tage ausschließlich Soldaten ums Leben gekommen seien. Unter allen gesichteten internationalen Meldungen wurde einzig beim französischen "TV24" in einer Live-Schalte kurz angedeutet, dass "angenommen" werde, "dass die Opfer alle Mitglieder der Nationalgarde sind". Es bleibt dabei: Bei allen Kriegsmeldungen immer einen wachen Geist bewahren


HITLER KAM ZU SPÄT: Hier töteten die
Kommunisten Hunderte Gefangene!

Bolschewismus - ein Thema, das wirklich Attila Hildmann überlassen werden sollte? Von mehreren Orten der Ukraine berichten mir alte Leute (vor allem im Westen) Übergriffe der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg: Massen-Erschießungen . . . angezündete Städte, Dörfer, Felder . . . demontierte Fabriken, Brücken. Besonders schockierend: Angeblich bis zu 100.000 Ertrunkene nach der Sprengung des Dnjepr-Staudamms von Saporischschja am 18.08.1941. Wenn das alles stimmt, müsste die Geschichte unter Umständen neu überdacht werden . . . Im Video geht es um das Gefängnis-Massaker von Lemberg (Westukraine) - als Reaktion auf die vorrückende Wehrmacht im Sommer 1941 - und die Freude der Einheimischen über die Ankunft der deutschen Armee. 

Über national-sozialistische Verbrechen werden wir täglich informiert. Aber warum schweigen Schulen und Medien so oft über die Taten der Gegenseite?

Auf dringendes Anraten zweier Rechtsanwälte ist der O-Ton der damaligen Haupt-Nachrichtensendung "Wochenschau" - dem Vorgänger der ARD-"Tagesschau" - vom 9. Juli 1941 zu zensieren (s. Video). Die BRD habe demnach festgelegt, dass es Deutschen nur gestattet sei, die alten Nachrichten tonlos und im Erklärbär-Modus betreut zu sehen. Als "Schutz". Dabei wären und sind Original-Quellen wichtig - sodass jeder sich ein eigenes Bild machen kann.

 


SO WAR ES WIRKLICH: Nach Abzug von Wehrmacht und SS 1944 zerstörten die Kommunisten 1947 den jüdischen Friedhof von Lemberg (West-Ukraine), der seit mindestens 1414 existiert hatte.



Zwischen den Fronten – für die Wahrheit!

 

Acht getötete Journalisten meldet „Reporter ohne Grenzen“ seit dem russischen Großangriff in der Ukraine. Unser Berichterstatter Billy Six (35) hat in den vergangenen Tagen hautnah erlebt, wie aufgeheizt die Situation in der Ukraine tatsächlich ist: Mehrere ukrainische Online-Zeitungen publizierten sein Porträt mit der Behauptung, Six wäre ein „bekannter Putinist“ und wolle „sich in unserem Land an anti-ukrainischen Aktivitäten beteiligen“. Daraufhin erhielt er Dutzende Mord-Drohungen mutmaßlicher ukrainischer Nationalisten. Vorangegangen war eine von anonymen Kräften angestoßene Hetz-Kampagne auf Twitter.

 

Billy Six war 2014/15 mit Rebellen im abtrünnigen Donbass unterwegs – und belastete im Zeugen-Verhör zum Abschuss der Boeing MH-17 gegenüber niederländischen und australischen Kriminalbeamten die ukrainische Regierung schwer. Das Protokoll ist 2020 geleakt worden. Lorbeeren auf der russischen Seite scheint ihm dies aber auch nicht eingebracht zu haben: Der frühere US-Soldat Russell B. Bentley, der aufseiten der Russen für eine „kommunistische Weltrevolution“ kämpft, schrieb nun, auch er wolle Six sterben sehen – und zur Not selbst „dafür sorgen“. Bentley störte sich offenbar an den kritischen Tönen gegenüber der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg, die hier in den letzten Reportagen zu vernehmen waren.

 


Das ist keine "russische Propaganda": LEMBERG LIEBT BANDERA!
von Billy Six

Der mittlerweile bekannte ukrainische Botschafter Andrij Melnyk soll demnächst aus Berlin abberufen werden. Möglicherweise waren es seine wohlwollenden öffentlichen Äußerungen zu Stepan Bandera - dem Nationalisten-Führer im Zweiten Weltkrieg -, die ihm - dort - den Kopf kosteten: "Bandera war kein Massenmörder von Juden und Polen." Israel hat Melnyk deshalb eine "Verharmlosung des Holocausts" vorgeworfen. Das kann in Deutschland niemand politisch überleben. Dabei hatte der Diplomat nur ausgesprochen, was offenbar viele Menschen auf der Straße in seiner west-ukrainischen Heimat-Stadt Lemberg denken. Ich habe mich mal vor Ort umgehört . . .

Hier ein hochinteressantes Video dazu!


"DUNKLE SCHATTEN DER GESCHICHTE", wer das weiß, versteht den Krieg besser!

Unser rasender Reporter Billy Six (35) berichtet aus der westukrainischen Metropole Lemberg über historische Zusammenhänge, die uns die Medien nicht zeigen wollen - aber wichtig sind, um das aktuelle Kriegs- und Konflikt-Geschehen zu verstehen. Er belegt, dass auch wir, die Deutschen, in Galizien & Wolhynien schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben.

Hier auch ein interessantes Video!

 

Die Wunden des Weltkriegs reißen wieder auf

Von Billy Six aus Lemberg

Ankunft im Kriegsgebiet. Mitten in der Nacht. Trotz landesweiter Ausgangssperre ab 23 Uhr sind die ukrainischen Grenzposten zu Polen weiterhin geöffnet; Wartezeit nun keine 30 Minuten mehr. Deutsche Staatsbürger dürfen für drei Monate visafrei und problemlos einreisen – auch mit dem privaten Pkw. Die Überlandstraßen sind in der Dunkelheit fast leer. Diesel und Benzin gibt es nur zu bestimmten Stoßzeiten an ausgewählten Tankstellen – und jetzt noch lediglich leicht günstiger als in Deutschland. Entlang des Straßenrands verteilte Panzersperren, Betonblöcke und Autoreifen stellen bei schlechter Sicht eine nicht zu unterschätzende Unfallgefahr dar. Besetzt sind die provisorischen Kontrollposten hier aktuell nicht mehr. Die Sorgen eines schnellen russischen Durchmarschs sind verflogen. Vorerst – denn ein möglicher Kriegseintritt des nahen Weißrusslands ist nicht vom Tisch. Angekommen in Lemberg, der historischen „Löwenstadt“, von den Ukrainern „Lviv“, bei Russen und Polen „Lwow“ genannt: Spontane Polizeikontrollen, ausgestattet mit Maschinengewehren, werden professionell und zügig erledigt. Mit der Presseakkreditierung sind nächtliche Fahrten sogar formal erlaubt – und könnten dennoch jederzeit auf Unverständnis stoßen. Unvergessen ist die offenbar versehentliche Erschießung eines „ukrainischstämmige(n) Israeli(s)“ an einem Kontrollpunkt im umkämpften Kiew Ende Februar, der „für einen tschetschenischen Kämpfer gehalten und getötet“ wurde, so die „Jüdische Allgemeine“. Obwohl regulärer Tourismus in der 700.000-Einwohner-Stadt mit – so „Deutschlandfunk“ – „Barock, Klassizismus und ganz viel Jugendstil“ zum Erliegen gekommen ist, sind im UNESCO-Weltkulturerbe-Zentrum viele Zimmer ausgebucht ... mit Flüchtlingen aus dem Osten und Süden der Ukraine. Diese meist russischsprachigen „Fremden“ im eigenen Land hatte der russische Präsident Putin mit seinem Eroberungskrieg eigentlich schützen wollen. Von hier sind es jetzt nur noch 50 Kilometer Luftlinie zur polnischen Grenze im Westen – aber 600 Kilometer bis zum nächstgelegenen Übergang nach Russland im Nordosten. Dennoch trafen auch Raketen eine nahe gelegene Militärbasis, ein Treibstofflager und eine Autowerkstatt im Stadtgebiet, wobei sieben Zivilisten starben. Schriller Luftalarm herrscht regelmäßig. Lemberg ist eine Hochburg der Nationalisten – und informell die kulturelle Hauptstadt der unabhängigen Ukraine, die hier bereits 1918 und 1941 ausgerufen wurde, zuletzt durch Stepan Bandera. Der Unabhängigkeitsführer kollaborierte einige Tage mit der Wehrmacht und wurde dann ins KZ Sachsenhausen unter gesonderten Haftbedingungen verbracht. Als der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk vor einigen Tagen auf eine Journalistenfrage hin bekundete, dass Bandera „kein Massenmörder von Juden und Polen“ gewesen sei, wurde er u.a. von Israel der „Verharmlosung des Holocausts“ bezichtigt – und muss nun  gehen. Melnyk stammt aus Lemberg.


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„Entnazifizierung“ als Vorwand für Mordverbrechen

Nach Beginn von Hitlers „Unternehmen Barbarossa“ am 22. Juni 1941 war die Universitätsmetropole bereits am neunten Kriegstage gegen die UdSSR gefallen. Bis 1939 hatte die zuletzt k.&k., polnisch und jüdisch geprägte Stadt zu Polen gehört – und war dann durch Stalins Einmarsch in den Osten des Landes der Ukrainischen SSR zugeschlagen worden. Russische und weißrussische Akteure streuen nun Gerüchte, dass Warschau danach trachte, die Gegend gewaltsam zurückzuholen. Aber noch steht das enge Bündnis mit Kiew, Blau-Gelb ist im polnischen Fernsehen omnipräsent – auch, wenn die aus Solidarität gehissten Ukraine-Fahnen im Straßenbild rarer zu werden schienen, je mehr wir uns der Grenze genähert hatten. Die kollektive Erinnerung an die ukrainischen Partisanen, die bis zu 100.000 Polen getötet haben sollen, scheint hier noch wach. Drüben im schließlich sowjetisch kontrollierten Galizien und Wolhynien haben jene sogar noch bis weit in die 1950-er Jahre hinein der Roten Armee Widerstand geleistet, vor allem in den Bergen und Wäldern, während der flache, kahle Osten längst bolschewisiert und industrialisiert war. Chruschtschow suchte 1954 mit einer Überschreibung der heute so umstrittenen Halbinsel Krim „die russisch-ukrainische Freundschaft“ zu stärken. In einem Bericht der „Deutschen Wochenschau“ – Vorgänger der ARD-„Tagesschau“ und Propaganda-Organ der Regierung in Berlin – hieß es 1941: „Die ukrainische Bevölkerung empfängt unsere Soldaten begeistert als Befreier vom Blutterror des Bolschewismus.“ Die alten Leute bestätigen das – doch ihre Enttäuschung über die nun vermeintlich ausbleibende Waffenhilfe aus Deutschland ist groß. „Die befreite Bevölkerung klatscht begeistert Beifall“, kommentierte die Wochenschau damals den Abriss eines Stalin-Monuments. Während Bürgerwehren und Polizei auf der Krim und im Donbass im Gegensatz dazu ihre Lenin-Statuen in den Wirren der 2014-er Maidan-Zeit beschützten, sind die kommunistischen Denkmäler in der Westukraine schon kurz nach der Unabhängigkeit 1991 erneut gestürzt worden. Späte Genugtuung. Wir besichtigen nun ein Grabmal für gefallene Rotarmisten am Stadtrand von Lemberg, das vor wohl nicht allzu langer Zeit mit Hämmern geschändet worden ist; der Kopf des unbekannten Soldaten ist abgehackt… In der Bundesrepublik würde derartiges aufgrund ihrer vertraglichen Zusage vom 12. September 1990 gegenüber den Alliierten, die Denkmäler der Gefallenen zu pflegen, sofort zu völkerrechtlichen Problemen führen. Viele Westukrainer jedoch haben die Bolschewisten als „Tiere“ in Erinnerung behalten und assoziieren diese nun mit „den Russen“ – umso mehr seit Putins jüngster Siegesparade zum 9. Mai, in welcher er den „Großen Vaterländischen Krieg“ wieder aufzuwärmen suchte. Im polnischen Grenzstädtchen Włodawa plakatiert derweil eine Bürgerinitiative für die Entfernung des polnisch-sowjetischen Kriegermals im Zentrum: „Einst mordeten und vergewaltigten sie in Polen, jetzt wiederholt sich die Geschichte der ‘Befreiung’ in der Ukraine.“ Viele Menschen im Lemberger Raum würden den deutschen Fernseh-Reportern wohl auch heute noch zustimmen, die damals von „Bestien in Menschengestalt“ sprachen, als sie die Bergung Hunderter Ermordeter aus dem kommunistischen Lonzki-Gefängnis dokumentierten: „Unzählige wehrlose ukrainische Nationalisten“, meist aus dem ländlichen Raume, seien „viehisch hingeschlachtet“ worden, „mit Messern, Äxten, Handgranaten und Maschinengewehren“, so die schwarz-weiße Kino-Doku vom 9. Juli 1941, deren Auszüge heute – ohne Text – in dem zu einem Museum umgewandelten Gebäude gezeigt werden. „1.500 Tote“, sagt Ausstellungsführerin Christina, eine reife Dame, die ihre Russisch-Kenntnisse aus der Sowjetzeit verleumdet, „24.000“ zeitgleich in der ganzen Westukraine, als auf Stalins Befehl hin alle politischen Gefangenen vor dem Rückzug ermordet worden seien. Das vom russischen Staatsführer nun angekündigte Bemühen, „die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren“, weckt in Lemberg böse Erinnerungen. „Nicht der Kalte Krieg ist die Analogie für die aktuellen Ereignisse“, schrieb die „Welt“ im März, „es ist der Zweite Weltkrieg. (…) "Die nackte Brutalität der Macht ist zurück".

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Die These vom Präventivkrieg ist nicht neu 

Während im deutschsprachigen Raum eine nicht unbedeutende Minderheit politischer Beobachter – vor allem über das Netz – offen Putins These vom „Präventivschlag“ unterstützt – als Unterbindung eines NATO-Aufmarschgebiets zur weiteren Einkreisung Russlands – wagt sich fast niemand an das heiße Eisen, dass auch „Barbarossa“ von Reichsregierung und Wehrmacht seinerzeit als genau solcher gekennzeichnet wurde. Inkonsequent. Zwar betonen die meisten seriösen Historiker heute, dass die Sowjetunion im Sommer 1941 (noch) nicht in der Lage gewesen wäre, das Reich zu überrennen . . . doch ließ Hitler in seiner „Führerproklamation“ mitteilen, dass Moskau mit der Eroberung Litauens, Teilen Finnlands und Rumäniens, sowie des Umsturzes in Jugoslawien gegen die Aufteilung der Interessensphären verstoßen und „trotz aller Ablenkung und Tarnung“ eine „inzwischen eingetretene Koalition zwischen England und Sowjetrußland“ gebildet hätte. Der gut vorbereitete anglo-sowjetische Überraschungsangriff auf das neutrale und unbeteiligte Persien/Iran zwei Monate später – zur Sicherung der Ölquellen und Schaffung eines Transportkorridors – schien das zu bekräftigen. In Anspielung auf den Hitler-Stalin-Pakt von 1939 wird Ex-Kanzlerin Angela Merkel unter ukranischen Patrioten bereits seit der Maidan-Zeit als „Frau Ribbentrop“ gebrandmarkt. Ein entsprechendes Propaganda-Plakat hängt sogar am Rande des „Ukraine-Medienzentrums“ gegenüber vom großen Lemberger Rathaus: Merkel karikiert in pinkem NS-Braunhemd. Sie habe sich „verweigernd, notwendige Waffen bereitzustellen“ verhalten und mit „einer Meinungsverschiedenheit in EU und europäischen Werten“ „das Blutvergießen der Ukrainer“ zu verantworten, ist der Beschreibung zu vernehmen. Inniges Vertrauen zu den USA scheint ob „andersartiger Kultur“ auch nicht gewachsen zu sein. 2014 demonstrierten Rechts- und Linksextreme noch gemeinsam gegen „imperialistische Einmischung“ aus Moskau, Brüssel und Washington. Doch nun scheint die Zustimmung zu einem NATO-Beitritt offenbar zugenommen zu haben. Im April hat der US-Kongress das „Leih- und Pachtgesetz“ aus dem Zweiten Weltkrieg reaktiviert, das es Präsident Biden erlaubt, Waffen und kriegswichtige Güter an die Ukraine auch ohne sofortige Bezahlung vorzustrecken. Den Sowjets half dies dereinst, gegen Hitler zu gewinnen.


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 Sowjetnostalgie im Osten

In den historischen Abhandlungen, die Wladimir Putin im Fernsehen vortrug, ist davon nichts zu hören gewesen ... aber anders als von bundesdeutschen System-Medien behauptet, waren seine anfänglichen Aussprachen auch Lenin und Stalin gegenüber noch eher kritisch gehalten. Aus den besetzten Gebieten dringen derweil Nachrichten, die eine Rückkehr des Bolschewismus dennoch vermuten lassen: Rote Flaggen überall, Ansiedlung asiatischer und kaukasischer Truppen, „Vergesellschaftung“ von Privateigentum. Gerade viele ältere Menschen, die von Hungerrenten leben müssen, mögen das mit gewissen Hoffnungen verbinden, so etwa die berühmt gewordene „Babuschka Z“: Anna Ivanovna, eine alte Landfrau in der östlichen Oblast Kharkiv/Charkow, die unlängst zur Ikone russischer Berichterstattung und Straßenpropaganda wurde, nachdem sie im April vor laufender Kamera ukrainische Soldaten mit einer Sowjetfahne empfangen und Essen-Spenden abwiesen hatte, weil die Männer ihr rotes Banner mit Füßen traten. „Meine Eltern sind für diese Flagge gestorben“, hatte sie entrüstet entgegnet. Putin hatte gleich zu Beginn der jüngsten Kriegsphase betont: „Das Ergebnis des Zweiten Weltkriegs ist heilig, ebenso wie die Opfer, die unser Volk auf dem Altar des Sieges über den Nationalsozialismus gebracht hat.“


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Deutsche an der Front

L., ein 21 Jahre alter Elektriker aus Bayern – Gutverdiener – berichtet nach seinem Erkundungsausflug an der „Ostfront“, dass Kriegsverbrechen der Russen „nicht mehr zu leugnen“ seien und er nun „unsere vergewaltigten Frauen“ von damals „rächen“ wolle. Als Freiwilliger für das völkische „Regiment Asow“. Auf der Rückreise wird er überraschend von den Polen für einen Tag verhaftet – und nun von bundesdeutschen Diensten in die Mangel genommen. „Verdachtsfall Rechtsextremismus.“ Das war es wohl mit dem Kriegsabenteuer. Einer, der kam und sich direkt einem internationalen Freiwilligenkorps anschloss, ist P. aus Berlin, Ex-Bundeswehrsoldat: Er schätzt, dass 10.000 Ausländer aufseiten der Ukrainer kämpften. „Wir halten die Russen hier auf, damit sie nicht nach Berlin kommen“, sagt er. Derweil flaniert die lokale Jugend über die Freiheitsallee südlich der Lemberger Nationaloper. Die meisten Männer wurden – noch – nicht eingezogen. Cafés und Restaurants sind geöffnet – und gut besucht. Auf den ersten Blick scheinen weder der Krieg – und erst nicht „Corona“ – sichtbar zu sein.

 

Hier zwei ältere Berichte:

Lage-Einschätzung zum Kriegsbeginn

Von Billy Six am 25. Februar 2022


Huntington hat recht behalten: Bereits 1996 prophezeite der US-Politwissenschaftler im "Clash of Civilizations" einen "westlich"-"orthodoxen" Zusammenprall um die kulturell gespaltene Ukraine.

Und seit "Corona" im Fernsehen ausgebrochen ist, wird die Welt geopolitisch umgepflügt. Nach Afghanistan geben die USA scheinbar auch wesentliche Teile der Ukraine auf. Vor Ort habe ich 2014/15 in ausgehangenen Karten von Donezk bereits ein "Neurussland" im Osten und Süden des Landes gezeigt bekommen.

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Billy Six hat es vorhergesehen: Hier ist die warnende Lage-Einschätzung von der ukrainischen Ostfront, publiziert auf der Titel-Seite der Wochenzeitung "Junge Freiheit" am 20. Februar 2015. Damals aber wollten die wenigsten den Ernst der Lage erkennen.




 Stalins langer Schatten – auf der Suche nach    den letzten Zeugen des Holodomor

Von Billy Six im Jahre 2014

2014, ein Krisenjahr. Wieder mal. Doch diesmal war es ein europäisches Land, das den islamischen Kriegsschauplätzen den Rang der Medien-Aufmerksamkeit ablief. Die Ukraine, zweitgrößtes Land im alten Kontinent, befindet sich nicht nur in der Entscheidungsschlacht zwischen EU und Eurasischer Zollunion, oder dem Krieg der lokalen Oligarchen. Die 45 Millionen Einwohner sind auch gespalten in ihrer politischen Kultur. Die Verarbeitung der kommunistischen Vergangenheit ist dafür beispielhaft.

„Die Kommunisten waren wie Tiere“

Lemberg, West-Ukraine, im Februar: In der ausgebrannten, von Maidan-Anhängern besetzten zentralen Polizeiwache hat Bohdan Shvets (32) gerade seinen Papierkram erledigt. Der Sturz von Präsident Janukowitsch freut den Leiter eines lokalen EU-Kooperationsprogramms. „Die Kommunisten waren wie Tiere“, sagt er gelassen – aber ohne den Hauch von Diplomatie. Die verstorbene Großmutter habe berichtet, wie „die Russen, eine asiatische Horde“ über seine k.u.k.-geprägte Traditionsstadt hergefallen seien. „Als die Deutschen im Zweiten Weltkrieg abzogen“, so Bohdan, „fing für uns die Hölle erst an.“ Wohnungen seien in Beschlag genommen, Frauen vergewaltigt worden. „Die Rotarmisten wuschen sich ihren Kopf in den Toiletten, weil sie es nicht anders kannten.“ Anti-Kommunismus und Russophobie sind weit verbreitet. „Wir hatten die Wehrmacht mit Brot und Salz empfangen“, erinnert sich Magda Kosakewitsch, 91jährige Schwieger-Großmutter des Bürgermeisters ihrer Heimatgemeinde Simna Voda, unweit von Lemberg.


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