An dieser Stelle veröffentlicht Peter Helmes regelmäßig kritische Kommentare zu Themen, die in den Medien selten, gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden.

 

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Dr. Wolfgang Thüne,  

früherer ZDF-Wetterexperte, ist den Deutschen Konservativen eng verbunden. Er schreibt für unser DEUTSCHLAND-Magazin und veröffentlicht hier regelmäßig seine Kolumne „Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde“. Wissenschaftlich fundiert und spannend zu lesen.
 

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Konservative Kommentare April 2014  

Liebe Leser,


an dieser Stelle veröffentliche ich regelmäßig einmal im Monat meist kritische und bissige Kommentare – aus konservativer Sicht versteht sich – zu Themen bzw. Vorgängen, die in den Medien selten oder gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden. Ich freue mich stets über Kritik und Anregungen, die Sie mir direkt (Peter.Helmes@t-online.de) zusenden können.

 

Grüne Doppelmoral: Verhüllte Dessous, entblößte Brüste

 

Hatten die Grünen einstens nichtversprochen, mehr Moral in die Politik zu bringen? Haben sie! Undwie! Eine neue, ganz eigene Moral, die sich an ein paar Beispielendarstellen läßt:

 

* Viel Applaus gibt es, wenn inBerlin-Kreuzberg grüne Linkspiraten einen ganzen Bezirk in einenTaliban-Look hüllen, in dem sie Dessous-Werbung z. B. anLitfaßsäulen verbieten. Aber wenn barbusige Femen-Aktivistinnen aufeinen Altar hüpfen, dann spenden dieselben Leute frenetisch Beifall.

 

* Ungehemmt darf eine FamilienministerinEltern, Opas und Omas, Onkels und Tanten dazu auffordern, an den kaumentwickelten Geschlechtsteilen der Kleinkinder herumzuspielen – undwenn es die Grabscher erregt, umso besser.

 

* Eine Gewerkschaft kann sich ohne weiteresin den Biologieunterricht einmischen und den völlig überfordertenKindern mit hinterhältigen Fragen die Heterosexualität vermiesen.Missionarsstellung? Setzen, sechs!
 

* Eine grüne Landesregierung hat nichtsBesseres zu tun, einen Bildungsplan zu entwerfen, der unsere Kinderals Versuchsobjekte für orgiastische Spielvarianten mißbraucht.Aber wenn Widerstand gegen diese Klassenzimmer-Obszönitäten lautwird, werden die Kritiker als biologischer Abfall in die Tonnegetreten. So sieht also die Aufarbeitung der parteibezogenenpädophilen Vergangenheit aus!

 

Ja, sind wir alle spitz wie Nachbars Lumpi?Mindestens. Und die vollständige Entblößung der Gesellschaft, derkollektive Striptease, befindet sich noch im Stadium des Vorspiels,der Höhepunkt der Dekadenz (und es geht nur um den Höhepunkt) istnoch längst nicht erreicht. Gierig stürzen sich die Protagonistender schlüpfrigen Debatten auf die Homepage „www.sp..kom...de“;denn da werden Sie geholfen.

Ziemlich viel Tamtam für ein altbewährtesFortpflanzungsritual!

 

Grün-roter Angriff auf die Wahlfreiheit

Nur mit richterlicher Notbremse konnte die Absicht der Grün-Rotenin Rheinland-Pfalz verhindert werden, den Bürgern bei der Wahl imMai das Ausfüllen des Stimmzettels zu „erleichtern“. Wie immernahm auch in diesem Fall die Presse kaum Notiz von diesemBevormundungsversuch, der wirklich als Skandal bezeichnet werden muß.

 

Der Plan war so einfach wie hinterlistig undundemokratisch: Damit die Wähler endlich wachwerden, hatten dieGrün-Roten auf den Stimmzetteln und Kandidatenlisten zur Kommunalwahl am 25. Mai einen besonderen Aufdruck vorgesehen, der denFrauenanteil im jeweiligen Ortsparlament sowie den Zusatz „Männerund Frauen sind gleichberechtigt“ angeben sollte. Damit wollte dierheinland-pfälzische Regierungsmehrheit die Wähler animieren, dieFrauenquote von zuletzt 16,8 Prozent in den Räten und Kreistagen zuerhöhen.

 

Der Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz(VGH) machte aber einen radikalen Strich durch diese Planung undverbot den Zusatz, der verfassungswidrig sei und die Freiheit derWahl verletze. Mehr noch, der VGH wies ausdrücklich darauf hin, daßdie Bürger ein Recht hätten, „in der Wahlkabine in Ruhe gelassenzu werden.“ Beim Wahlgang müsse „sich die Willensbildung vomVolk zu den Staatsorganen hin vollziehen, nicht umgekehrt von denStaatsorganen zum Volk…“

 

So weit, so gut, könnten sich dieCDU-Opposition und die Bürger denken. Aber so weit ist gar nichtsgut; denn der Vorgang zeigt die Denkart der grün-roten Genossen, dieaufzeigt, was wir noch zu gewärtigen haben werden. Als zweite Stufewar angedacht, eine solche „Mahnung“ auch auf die(eingebürgerten) Migranten anzuwenden – um damit an die Bürger zuappellieren, doch bitte schön den muslimischen Mitbürgern eineadäquate Vertretung in den Gemeindegremien zu sichern. Und dannkämen gewiß auch andere Gruppen auf diese Idee: Wie wär´s mit demAusweisen eines Katholiken- bzw. Protestantenanteils, von Seniorenoder Behinderten, von Fußballern und Radfahrern oder Tierschützernund Hundehaltern usw.? Hier hätten die Grün-Roten beinahe ein Faßaufgemacht, besoffen von ihrem vermeintlichen Auftrag, den neuenMenschen, einen besseren Bürger zu schaffen! Bleibt noch eineweitere Erkenntnis: Das Beispiel zeigt wieder einmal, wie sich dieeinst stolze SPD am Nasenring durch die grüne Sauce schleifen läßt.

 

Es bleibt zu hoffen, daß es nun kein beleidigtes Zurückruderngibt, sondern vielmehr die Erkenntnis, sich auf einem fundamentalenDemokratiefeld, nämlich der grundgesetzlichen Garantie für dieFreiheit und Unabhängigkeit jeder Wahl, nicht verrennen zu dürfen.Wehret den Anfängen!

 

G 7 – am Tisch der (Ohn-)Mächtigen

Man sollte sich die „G 7“ – angeblichdie Versammlung der mächtigsten Industriestaaten – doch ´maletwas genauer anschauen. Es ist schon abenteuerlich, mit welcherSelbstverständigkeit hier mit den Vokabeln „mächtig“ und „diewichtigsten Industrienationen“ hantiert wird.

Bei genauerer Betrachtung der dortvertretenen Volkswirtschaften darf man doch ein Fragezeichen hinterdie lautstarken Attribute setzen. Die Frage darf gestellt werden,worin der herausgehobene, überzeugende Beitrag besteht, denbeispielsweise Frankreich oder Italien zur Förderung der Wohlfahrtbeibringen, und ob dieser Beitrag ein Ausfluß vorbildlichenWirtschaftens im Land ist.

 

Noch frecher darf man wohl fragen, was diebeiden EU-Vertreter van Rompuy und Barroso – von Portugal,Griechenland, Spanien, Rumänien etc. will ich lieber ganz schweigen– zusätzlich zur Speise am „Tisch der Mächtigen“ mitbringen.Haben sie etwa eine Idee zu den Herausforderungen der globalisiertenWelt, oder zu Putins Russland oder zur Migrantenflut an deneuropäischen Grenzen, oder, oder…?

 

Ist es – bei Lichte besehen – nicht eher so, daß van Rompuyund Barroso als oberste Repräsentanten der EU zwar für die sichständig ausweitende Europäische Gemeinschaft und somit für diesich voreilig vertiefende Gemeinschaft insbesondere bei Kredit undWährung stehen – und damit auch für die abnehmendeWettbewerbsfähigkeit einiger – jedenfalls bis vor kurzem noch –als „Kernländer“ bezeichneten Volkswirtschaften?

 

Das eben beweist auch, daß „groß“ nicht automatisch auch„gut“ bedeuten muß – und damit auch nicht unbedingt „mächtig“.Oder anders ausgedrückt: Wollen allein führt nicht zum Können!

 

SPD im großen Frust (I)

Sie können einem fast leidtun, die liebenGenossen. Da sind sie nach der Koalitionsbildung mit hochmotiviertenMinisterlehrlingen gestartet, ihr Dirigent hat schon Muskelkater vomvielen Fuchteln mit dem Taktstock, der Außenminister tut so, als ober mit der SPD nichts zu tun hätte und flüchtet sich ins Ausland,die Generalsekretärin kennt niemand – und die Umfragen zeigen die Partei im Keller , je nach Woche bei 23-25 Prozent. Es sind dochbitte schön die Sozialdemokraten, die den Regierungskarren ziehen,die die Räder in Schwung bringen, meinen sie. Kein Wunder, daß sichdie SPD unverstanden fühlt. Undankbares Wahlvolk!

 

Und genau da liegt der Hund begraben. DieSPD arbeitet derzeit ihr Wahlprogramm ab – zugegebenermaßen zügigund konsequent. Aber am Volk vorbei! Die SPD beglückt lediglich ihreigenes Wahlvolk und verwechselt es mit dem ganzen Volk, das schonbei der Bundestagswahl herzlich wenig vom sozialistischenBeglückungsprogramm wissen wollte und die SPD mit höchstbescheidenem Ergebnis nachhause schickte. Weder Mindestlohn nochRente mit 63, Mütterrente oder Frauenquote bei DAX-Unternehmen usw.reißen das Publikum vom Hocker. Und wo die SPD mal glänzen könnte– z. B. Pflegereform oder Betreuungsthema – ruft dieallgegenwärtige Bundeskanzlerin: „Ick bün all dor!“ Das schafftFrust.

 

SPD-Gewinnerthema (II)

Die neue SPD-Generalsekretärin Fahimi sucht derweil verzweifelt,von sich reden zu machen. Angesichts der Kritik an der Nahleschen„Rente mit 63“ wirft sie sich mit ihrem ganzen Federgewicht andie Front und ruft: „Mit mir nicht! Keine Änderung desRentenplanes!“

 

Ihre Begründung ist klasse – einklassisches SPD-Eigentor. Frau Fahimi meint nämlich, daß es sichbei der Rente um ein „Gewinnerthema“ handele, und schließlichsei die überwiegende Mehrheit dafür. Basta. So ist das also, wenndie SPD dem Volk aufs Maul schaut. „Gewinnerthema!“ Das muß mansich merken; denn es könnte das „Sesam-öffne-Dich“ für ganzneue Problembereiche bilden:

 

Wie wär´s denn z. B. mit dem Benzinpreis?Da könnte man doch glatt eine Halbierung fordern! Schließlich istdoch wohl die Mehrheit der Bevölkerung gewiß dafür. Oder wie wär´smit dem oft geforderten längeren Urlaub, oder dem Abitur füralle oder dem „Freibier für alle“? Wenn ich recht nachdenke,fallen mir bestimmt noch viele Gewinnerthemen ein. Doch es hilftnichts, ein Gewinnerthema wird die SPD so wohl eher nicht.

 

„Tugendterror“ oder Meinungsterror?

Es ist seit langem immer wieder dasselbe:Kaum kritisiert jemand den Zeitgeist und seine unerträglichenLinksausleger, zeigen sich zum großen Teil hysterische und vonProfilneurosen gezeichnete Reaktionen, besonders aus dem Bereichgleichgeschalteter Medien. Ob der Gescholtene Thilo Sarrazin, AkimPirinçci oder Henryk M. Broder heißt, ist egal, das Kampfmittel istgleich: Vernichtung um jeden Preis! Doch nun gerät dieseVernichtungswelle an ihre Grenzen:

 

Es geht nämlich jetzt um Akif, einen deutschen Autor türkischerAbstammung, der bisher lediglich durch spannende Katzenkrimis einebreite Bekanntheit und eine große Leserschaft erreicht hat, aber zupolitischen Feldern noch nicht vorgedrungen war. Das hat sich radikalgeändert. Der Mann redet Klartext, polarisiert und provoziert. Dievereinigte Linke ist sprachlos und kriegt das Nervenflattern. Diesonst übliche Faschismus- bzw. Nazikeule muß in der linkenAsservatenkammer bleiben; denn der Mann ist Türke, ein nachDeutschland eingebürgerter. Der von mir hochgeachtete Chefredakteurvon „Journalistenwatch“, Thomas Böhm(http://journalistenwatch.com/cms/),schreibt auf seinem blog: „…Akif Pirinçci hat das geschafft, wasvielen Autoren vorher nicht gelungen ist. Er hat mit „Deutschlandvon Sinnen“ die Mainstream-Journalisten aus der Reservegelockt und sie gleichzeitig als das bloßgestellt, was sie sind:Handlanger und Profiteure eines fettgefressenen Systems, die daswieder ausspucken, was ihnen von der Politik in den Hals gestopftoder auf den Redaktionstisch gelegt wurde…

 

…Bei so viel Schnappatmung (der Begriff „Rezension“ wäre indiesem Zusammenhang übertrieben) bleibt den linksseitig gelähmtenWiederkäuern natürlich nicht genügend Luft, Akif Pirinçciinhaltlich zu widerlegen, sich überhaupt ernsthaft mit seinen Thesenauseinanderzusetzen. Also lenken sie auf Akifs Schreibstil ab. Undgenau das ist der Punkt. Akif verwendet die Sprache des Volkes,fernab von hohlen intellektuellen Phrasen gibt er das wieder, wasunten auf der Straße und in den Kneipen – mehr und mehr hintervorgehaltener Hand (Feind hört mit) – geredet wird. Diese Spracheallerdings war und ist unseren feinen Herren, die auf ihrenangewärmten Redaktionsstühlen kleben, schon immer ein Graus. DasSystem ist gut eingespielt, und so findet die Zensur im Kopf statt.Kein Wunder also, daß sie alle durchdrehen, wenn jemand mit scharferschwarzer Tinte und spitzer Feder ihr Nest beschmutzt und zerkratzt.“Dem ist nichts hinzuzufügen – außer der Empfehlung, das Buch zulesen.

 

Mit der Verurteilung von Pirinçci und Genossen wird zugleich derVerlust der Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft deutlich, dermit einem ausufernden, von Sarrazin so bezeichneten „Tugendterror“einhergeht. Die gegenwärtige Meinungsmafia – so bezeichnet sie u.a. der Medienwissenschaftler Norbert Bolz – ist ein Konglomerat vongesellschaftlich schwer situierbaren Grünen  und noch diffuseren„Linken“, begleitet von einem Konzert gleichgeschalteter,geneigter Medien – die moderne Erscheinung eines neuenJakobinertums. Wenn man sie genauer untersucht, kommt einerbärmliches Häuflein linker Pharisäer heraus – ein alternativesSpießertum.

 

Das von der behaupteten „moralischen Mehrheit“ getrageneMeinungsmonopol und die damit einhergehende intellektuelleGleichschaltung bedeuten nichts weniger als den Verlust eines unsererwesentlichen Grundrechte: Man muß doch grundsätzlich über allesreden dürfen, ohne daß die Meute politisch Korrekter über einenherfällt! Nur dann, wenn man andere Meinungen gelten läßt, kannman in einem freien Austausch von Argumenten in einem dialektischenProzeß gesellschaftliche Fortschritte erzielen. Aber offensichtlichist das genau der Juckelpunkt, der die politisch Korrekten verwirrt:Ein dialektischer Prozeß erfordert Offenheit für Argumente. Wennmein Weltbild aber geschlossen ist und nicht zur Disposition gestelltwird, kann ich keinen Dialog mehr führen.

 

Seelenlose politische Korrektheit und oberflächliche Pseudo- bzw.Doppelmoral vergiften das gesellschaftliche Klima. Und das erst rechtin einem Land der „Dichter und Denker“, in dem ein gewisserImmanuel Kant einst nicht nur seinen „kategorischen Imperativ“formulierte, sondern auch die Forderung erhob: „Habe den Mut, DichDeines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Wie aber soll mancher daserreichen, der keinen hat?!

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, das mag für heutegenügen. Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Karwoche, eingesegnetes, frohes Osterfest, den Schutz Gottes und – wie stets andieser Stelle – uns allen eine bessere Politik.

 

Mit herzlichen Grüßen und bestem Dank für Ihre Treue,

Ihr

Peter Helmes  

 

 

P.S.: Aber Hallo! Rettet das „Ä“

Daß „der Dativ dem Genetiv sein Tod“ ist, wissen wir seit derVeröffentlichung von Bastian Sick, der uns alle daran erinnert, daßgutes Deutsch „am Sterben“ ist. Leider zeigt sich Letzteres auchbeim alten, deutschen „Ä“, das immer mehr einem undefinierbaren„Ee“ weichen muß. „Die Bepflanzung meines Geertchens ehneltder der nechsten Nachbarn.“ Dieses Deutsch bescheemt – nein,beschääämt – alle, die unsere Sprache lieben.

Aber hallo! „Hallo“ tönt es ebenso häufig durchs Land,obwohl die deutsche Sprache wie kaum eine andere Grußformeln fürjede Tageszeit kennt: Guten Morgen, guten Tag, guten Abend, guteNacht. Wir hören aber überall nur „Hallo!“Aber hallo! Wiegedankenlos! „Hallo“, sagt die Kassiererin im Supermarkt, ichantworte: „Guten Tag“. Und sie guckt völlig konsterniert. DieHallo-Gesellschaft vergißt ihre Identiteet, äh Identität. Malnachdenken! Und ihre Weehlerinnen und Weehler wissen natürlich, wassie geweehlt haben.

 

Peter Helmes

15. April 2014

 

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