An dieser Stelle veröffentlicht Peter Helmes regelmäßig kritische Kommentare zu Themen, die in den Medien selten, gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden.

 

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Dr. Wolfgang Thüne,  

früherer ZDF-Wetterexperte, ist den Deutschen Konservativen eng verbunden. Er schreibt für unser DEUTSCHLAND-Magazin und veröffentlicht hier regelmäßig seine Kolumne „Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde“. Wissenschaftlich fundiert und spannend zu lesen.
 

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Konsequenz der EP-Wahl: CSU von CDU trennen!

Gestern erlebte die CSU-Führung die schlimmste Wahlniederlage dieser Partei seit über sechzig Jahren. Niemand in der CSU kann sich an schlechtere Ergebnisse erinnern. Der sofortige Rücktritt des unfähigen neuen Generalsekretärs Scheuer ist daher unvermeidbar.

Die CSU ist jetzt dort angekommen, wo Merkel die CDU in den letzten 10 Jahren hingeführt hatte: In die zunehmende Bedeutungslosigkeit einer 35-Prozentpartei, die nicht mehr in der Lage ist, den Wählern eigene bürgerliche Projekte anbieten zu können, sondern die nur noch im linken politisch-medialen Einheitsbrei mitmischt, aus Angst vor dem Verlust von Posten und Pfründen.

Die CSU-Führung hat nicht begriffen, daß diejenige Partei, die anderen die Themenhoheit läßt, die sich nicht gegen die linke Verfilzung des Medienbetriebs auflehnt, und die meint, die eigenen Stammwähler mit immer neuen Kurswechseln vor den Kopf zu stoßen zu müssen, ihre eigene Abwahl betreibt. Die Horrorversion, vor der Strauß und andere konservative Unionspolitiker immer gewarnt hatten, ist heute wahr geworden: Rechts von der CSU hat sich eine neue bürgerliche, seriöse Partei etabliert, die man nicht mit verunglimpfenden Parolen ("rechtsradikal", "rassistische", "rechtspopulistisch" etc.) abstrafen kann: Die AfD ist Fleisch vom Fleische der Union. CSU und CDU haben nicht begriffen, daß die katastrophale Eurorettungspolitik mit der faktischen Enteignung Millionen deutscher Sparer die eigene Stammwählerschaft ins Mark getroffen hat.

Was ist zu tun?
Die Wahlkampfkonzepte der CSU sind grandios gescheitert: Die Wähler lassen sich nicht für dumm verkaufen: Mit Gauweiler und Scharnagl rechts blinken, um dann nach der Wahl (siehe z. B. Koalitionsvertrag) links abzubiegen, funktioniert nicht und hat zu einem massiven Vertrauensverlust geführt. Hinzu kommen die Probleme in der großen Koalition, in der die CSU nur noch das fünfte Rad am Wagen ist und sich in keinem einzigen Themenfeld profilieren kann, ausgenommen unverantwortliche Umverteilungsorgien zu Lasten der nachkommenden Generationen, wie das letzte Woche beschlossene Rentenpaket. Diese "Rolle Rückwärts" wird ohnehin nur dem Konto der SPD gutgeschrieben, nicht aber der Union.

Die CSU muss daher die große Koalition verlassen und die Zusammenarbeit mit der linken Merkel-CDU beenden.
Die Wähler der AfD müssen mit einer Rückkehr zu glaubwürdiger und verläßlicher bürgerlicher Politik, gerade auch in Euro-Fragen zurückgewonnen werden. Geht Seehofer den Weg nach links weiter, wird die CSU ähnlich marginalisiert werden wie die einstmals konservative ÖVP in Österreich, die sich heute schon über Wahlergebnisse im 20 Prozent-Bereich freut.
(“Die echte CSU“) 

 

28.05.14