An dieser Stelle veröffentlicht Peter Helmes regelmäßig kritische Kommentare zu Themen, die in den Medien selten, gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden.

 

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Dr. Wolfgang Thüne,  

früherer ZDF-Wetterexperte, ist den Deutschen Konservativen eng verbunden. Er schreibt für unser DEUTSCHLAND-Magazin und veröffentlicht hier regelmäßig seine Kolumne „Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde“. Wissenschaftlich fundiert und spannend zu lesen.
 

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Geschlechtsneutrale deutsche Sprache - Kommt Rettung aus Österreich?

 

VonPeter Helmes

 

Im Frühjahr haben die zunächst nur als Entwurf veröffentlichten „Richtlinien zur Textgestaltung“ des Österreichischen Normierungsinstituts in der Alpenrepublik für erhebliche Aufregungunter den politisch Korrekten des Landes gesorgt, die obligatenKampf- und Krampf-Feministen haben geschäumt.

 

Es handelt sich hier bei aber um einen noch nicht ratifizierten Vorschlag über den Umgang mit einer „geschlechtsneutralen“ deutschen Sprache, soweit er das österreichisch öffentliche Leben betreffensoll. Der Text ist recht aufschlußreich und paßt auch in unser redaktionelles Konzept. Hier ein Auszug*:

 

Der geschriebene Text hat die Aufgabe, eine mündliche Information zu ersetzen. Damit diese Information auf der Leserseite ohne Irritationen ankommt, muss die inhaltliche Gestaltung bestimmten Kriterien entsprechen. Diese Kriterien sind: Rechtschreibung, Verständlichkeit, Lesbarkeit, Sprachrichtigkeit und die Einhaltungkorrekter und respektvoller Umgangsformen. Ebenso zu berücksichtigenist der geschlechtersensible Umgang mit Sprache. [...]

 

Geschlechterdifferenzierende Formulierungen sind in orthographisch korrekter Form zu schreiben, z.B. Kolleginnen und Kollegen statt KollegInnen. Großbuchstaben sindin der Rechtschreibung seit jeher nur Wortanfängen vorbehalten. Dassog. „Binnen-I” ist durch keine Rechtschreibregelung gerechtfertigt und daher zu vermeiden.

 

Wegmit dem unverständlichen Gender-Deutsch

[...]Texte müssen so abgefasst sein, dass sie nach einmaligem Lesensofort verstanden werden können.

 

Sätze wie der folgende entsprechen diesem Kriterium nicht, weil aufgrundder doppelten Nennung jeder angesprochenen Personengruppe die Verständlichkeit nicht mehr gegeben ist: „Vertreterin oder Vertreter des Dienstgebers im Sinne dieses Bundesgesetzes ist jede Bundesministerin, jeder Bundesminister, jede Dienststellenleiterin, jeder Dienststellenleiter, jede und jeder Vorgesetzte sowie jede und jeder Bedienstete, soweit die betreffende Person auf Seiten des Dienstgebers maßgebenden Einfluss auf Personalangelegenheiten oder Regelungen gegenüber den Bediensteten hat.” (Aus § 2. (..) (4)des Bundesgleichbehandlungsgesetzes.) [...]

 

Unsere Sprache verfügt seit jeher über die Möglichkeit, mit Hilfe ein geschlechtlicher Angaben beide Geschlechter anzusprechen:„Vertreter des Dienstgebers im Sinne dieses Gesetzes sind (sic!)alle Minister, Dienststellenleiter oder Vorgesetzte sowie Bedienstete, die auf Dienstgeberseite maßgebenden Einfluss auf Personalangelegenheiten haben.”

Der eingeschlechtlichen Formulierung ist immer dann der Vorzug zu geben, wenn die Verständlichkeit eines Textes auf dem Spiel steht. [...]

 

Jeder Text muss unmittelbar  laut (vor-)lesbar sein. Nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, kann sich zugleich mit dem Leseprozess auch Sinnverständnis einstellen. Daher sind generell Wahl- oder Doppelschreibweisen wie der/die Lehrer/in zu vermeiden, weil diesenicht sprechbar sind. Textpassagen wie „Wir suchen eine/nwissenschaftliche/ n Mitarbeiter/ in …” halten weder der Probeder Lesbarkeit noch dem Gebot der Sprachrichtigkeit [...] stand undsind daher zu vermeiden, (…)“

 

Ich wünsche diesen „Vorschlägen“ eine weite Verbreitung auch beiuns, denn ich möchte mich einmal mehr über das Schäumen und Geifern der hiesigen Gender- und Gleichstellungs-Protagonisten freuen und amüsieren können.

 

*)Quelle:  http://altmod.de/sowie „Sprachnachrichten des VDS Nr. 63 / III/2014“

 

1.9.14/ P. H.